21.02.2026
Stellungnahme zum "privaten Wahl-O-Mat"

Digitale Orientierungshilfe

Grundsätzlich stehen wir, die Freien Wähler Königsbrunn, digitalen Formaten zur politischen Information offen gegenüber. Ein offiziell organisierter und durch eine neutrale, verifizierte Institution erstellter Wahl-O-Mat kann für Wählerinnen und Wähler eine hilfreiche Orientierung darstellen. Genau aus diesem Grund haben wir uns mit der Anfrage von Herrn Reichardt, die uns Anfang Februar erreicht hat, intensiv befasst und die gestellten Fragen auch inhaltlich geprüft.

Unsere Beweggründe zur Nicht-Teilnahme

Nach sorgfältiger Abwägung haben wir uns jedoch entschieden, unsere Antworten nicht einzureichen. Dafür gibt es mehrere Gründe:

Zum einen handelt es sich bei dem vorliegenden Angebot um ein privat initiiertes Projekt, das laut eigener Darstellung aus einem „Gedankenblitz“ heraus und unter Einsatz von KI erstellt wurde. Eine offizielle Beauftragung, fachliche Begleitung oder institutionelle Verifizierung liegt unseres Wissens nach nicht vor.

Zum anderen waren uns weder die verantwortliche Person noch die konkrete methodische Vorgehensweise, die Programmierung sowie die Auswertungskriterien transparent genug, um die Objektivität und Nachvollziehbarkeit des Ergebnisses zuverlässig einschätzen zu können. Gerade bei einem Format, das als Entscheidungshilfe dienen soll, halten wir transparente und überprüfbare Standards für unerlässlich.

Hinzu kommt, dass die sehr kurzfristige Anfrage Anfang Februar auf uns eher improvisiert wirkte und keinen strukturierten Abstimmungsprozess mit allen beteiligten politischen Akteuren erkennen ließ. Ein gemeinsamer Austausch im Vorfeld, etwa mit Vertreterinnen und Vertretern der Parteien sowie dem Initiator, wäre aus unserer Sicht sinnvoll gewesen, um Inhalte, Fragestellungen und Zielsetzung sachlich und ausgewogen abzustimmen.

Darüber hinaus sehen wir die Verwendung des Begriffs „Wahl-O-Mat“ kritisch. Dieser Begriff ist in der öffentlichen Wahrnehmung stark mit offiziellen, neutral erarbeiteten Angeboten verbunden und kann daher leicht den Eindruck einer institutionellen Legitimation erwecken, die in diesem Fall nicht gegeben ist.

Irreführende Publizierung

Dass die örtliche Tageszeitung den Pressebericht von Herrn Reichardt ohne weitergehende Recherche und ohne kritische Nachfrage veröffentlicht hat, bedauern wir ausdrücklich und halten dies für fragwürdig. Gerade bei politisch sensiblen Themen erwarten wir eine sorgfältige journalistische Einordnung und Prüfung der Hintergründe.

Fazit

Aus den genannten Gründen betrachten wir den „privaten Wahl-O-Mat“ mit Zurückhaltung. Eine seriöse und verlässliche Entscheidungshilfe für Bürgerinnen und Bürger sollte aus unserer Sicht transparent, methodisch nachvollziehbar, kommunal ausgerichtet und möglichst gemeinsam mit allen relevanten Akteuren entwickelt werden.

Unabhängig davon stehen wir weiterhin zu unseren Inhalten, Positionen und Zielen, die für alle Bürgerinnen und Bürger transparent und jederzeit hier auf unserer Website sowie über unsere Social-Media-Kanäle einsehbar sind.