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Erstellt: 10. September 2006


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Herbstfest bei den Freien Wählern

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

hier der vollständige Pressebericht, der so an die Zeitung mit der Bitte um Veröffentlichung ging. Wenn Sie sich die Mühe machen und den in der Zeitung abgedruckten Bericht vergleichen (ein Klick auf die Überschrift "Herbstfest bei den Freien Wählern" in der Spalte Aktuelles bringt Sie zum Artikel der AZ), werden sie feststellen, dass offenbar Kritik weniger erwünscht ist.

 

„Wir wollen uns stärker präsentieren!“

 

Das diesjährige Herbstfest der Freien Wähler Königsbrunn hatte zwei Höhepunkte: die Ehrungen verdienter Mitglieder und eine erste kritische Bilanz der bisherigen Arbeit der Jamaika-Mehrheit im Stadtrat.

Das erste Wort hatte der neue junge Vorsitzende der Freien Wähler Jürgen Haumann. Er freute sich über die ca. 65 Gäste, die seiner Einladung gefolgt waren. Darunter der Ehrenvorsitzende Heinz Streubel und die Ehrenmitglieder Walther Engelhardt, Helmut Schulz und Werner Berggold. Josef Rid, Bezirksvorsitzender, Fabian Mehring, stellvertretender Bezirksvorsitzender, Dr. Markus Brem, Kreisvorsitzender und Johann Häusler, der neue Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, kamen ebenfalls zum traditionellen Sauessen ins FC-Heim nach Königsbrunn.
Haumann fasste in seiner Ansprache kurz zusammen, was der neue Vorstand bis dato beschlossen hat. So wurden die Arbeitskreise wieder eingeführt, um näher dran zu sein am politischen Geschehen des Stadtrates, es wurde ein Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit gegründet, der bereits zweimal zusammengekommen ist. „Wir müssen uns den Bürgern viel intensiver präsentieren“, so Haumann. Zurzeit erarbeitet der Ausschuss zwei Aktionen, die 2015 stattfinden sollen. „Wir stecken in der Ideen- und Sponsorenfindung. Mehr will ich noch nicht verraten“, so der Vorsitzende geheimnisvoll. „Wir wollen ja nicht, dass uns andere nachahmen“, gibt er augenzwinkernd zu.
Haumann dankte nochmals für das Engagement im Rahmen der Aktion „Abnehmen für den guten Zweck – Jedes Kilo zählt“, die die Freien Wähler und das Fitz-Fitness-Studio erst kürzlich umgesetzt hatten. Das Ergebnis war eine Spende in Höhe von 1.000 Euro an die Königsbrunner Tafel.
Im Anschluss bat er Irene Tarasenko, Walther Engelhard, Erich Richter und Jürgen Raab nach vorne. Er dankte den ausgeschiedenen Stadträten der Freien Wähler Tarasenko, Engelhard und Richter für ihre Tätigkeit im Rat (Raab ist noch aktiv). „So viel Engagement soll belohnt werden“, sagte Haumann und überreichte den vier langjährigen Mitgliedern üppige Geschenkkörbe.
Anschließend übergab er
das Wort an den Bezirksvorsitzenden Josef Rid. „Es sind meine letzten Ehrungen, die ich als Bezirksvorsitzender mache“, so Rid. Feierlich überreichte er die Ehrennadeln in Bronze (Jürgen Raab) in Silber (Erich Richter), in Gold (Irene Tarasenko) und in Platin (Walther Engelhardt). „Die Vier sind seit Jahrzehnten aktive Mitglieder der Freien Wähler Königsbrunn, waren und sind im Stadtrat aktiv und gestalten die Politik mit“, fasste Rid anerkennend zusammen.
Dann endlich betrat der Stargast die Bühne – duftend und von knurrenden Mägen sehnlichst erwartet: die Spansau. Erwin Oppenländer hatte wieder für den leckeren Festschmaus gesorgt. Gut gestärkt wurde es nochmals politisch, als der Stadtrat und Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler Jürgen Raab mit der bisherigen Arbeit der Jamaika-Mehrheit und des Bürgermeisters abrechnete:

Thema Straßenbahn: Die Illusion der Grünen – 2020 fährt die Bahn. Die Realität: Im Eckdatenbeschluss sind bisher nur schlappe 30.000 Euro für Realisierung der Straba vorgesehen. „Da muss sich doch jeder Bürger fragen, wie ernst es der Mehrheit im Rat mit der Umsetzung  ist“, so Raab.

Thema Radwegekonzept: Fakt ist, die Radwege in der Stadt müssen verbessert und ausgebaut werden. Fakt ist auch, fast jede politische Vereinigung hat in der Vergangenheit bereits eine Mängelliste ermittelt. Die Umsetzung scheiterte bislang an den Kosten. Auf Antrag der Grünen wurde nun eine Münchener Firma damit beauftragt, nochmals eine Mängelliste und ein Verbesserungskonzept zu erstellen. Kosten: 40.000 Euro. Mit dem Geld hätte die schlimmsten Mängel schon mal beseitigt werden können …

Thema Europaplatz: Bald steht hier das Energie-plus-Haus. Aber als Zukunftsvision braucht es auch eine visionäre Gestaltung der Außenanlagen. Kostenpunkt: 300.000 Euro. Im Haushalt findet man dafür keinen Kostenansatz. Warum nicht?

Thema Königstherme: Die Königstherme war lange Aushängeschild für unsere Stadt. Mittlerweile ist sie in so einem desolatem Zustand, dass sichdie Stadt schämen muss. Eine Sanierung ist dringend nötig. Die Rede ist von mehr als sechs Millionen Euro.  Der Haushalt sieht kein Budget vor.

Thema Innenstadt: Das Gelände ist seit Monaten eingezäunt – aber nichts passiert. „Dabei könnte mit dem Bau eines Teils des Wasserkanal längst begonnen werden. Die notwendigen Grunstücke gehören zum Großteil der Stadt“, so Raab.

Thema Pausenhof Grundschule Süd: In einer ersten Ausschreibung bewarb sich nur eine Firma und veranschlagte 270.000 Euro. Da es nur einen Bieter gab, konnte der Auftrag nicht vergeben werden. Nach einer zweiten Ausschreibung wurde der Auftrag erteilt: Kosten für die Landschaftsgestaltung: 250.000 Euro. Spielgeräte, die Einzelanfertigungen sein werden, müssen entsprechend TÜV geprüft und genehmigt werden. Kostenhöhe? Ungewiss! 

Jürgen Raab hätte die Liste weiter fortführen können, doch „ich will euch nicht den Abend verderben“, sagte er. Dennoch gilt das Motto der Freien Wähler Königsbrunn. Raab: „Was unserer Stadt und den Bürgerinnen und Bürgern nutzt, finanzierbar und notwendig ist, unterstützen wir tatkräftig. Unabhängig von der welcher politischen Gruppierung der Anstoß kommt.“ Bea Lemcke