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Erstellt: 10. September 2006


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Der Königsbrunner "Auto-Teiler"

 

Der kostenlose Chauffeur von nebenan

Die Königsbrunner „Auto-Teiler“fahren Senioren zu Arzt oder Supermarkt.

Beim Einkaufen helfen sie ihnen auch 

VON BASTIAN SÜNKEL

Königsbrunn Der Sohn arbeitet viel und ist aus Königsbrunn weggezogen. Die Tochter ist berufstätig und kümmert sich um drei Kinder. Der Ehemann der 79-jährigen Erika Franze sitzt im Rollstuhl, an Autofahren ist bei beiden nicht mehr zu denken. Was also tun, wenn sie zum Arzt müssen oder der Kühlschrank leer ist?

Erika Franze greift dann zum Telefon, ruft bei Marcella Wolf an. Die wirft einen Blick in den Computer und sagt: „Donnerstag um 10 Uhr werden Sie von zu Hause abgeholt.“ So in etwa spielt es sich ab, wenn Wolf einen Anruf für die „Auto-Teiler“ annimmt. Die Stadt zahlt den Telefondienst, um die Senioren mobil zu halten, die nicht mehr gut zu Fuß sind. Alles andere organisieren die „Auto-Teiler“. Sie bringen die alten Menschen zum Arzt, Einkaufen, Apotheke oder was sonst anfällt. Erika Franze fährt gut mit dem System, dass sich Jürgen Müller im Zug der Carsharing-Expansion überlegt hat. Müller ist Vorsitzender der „Auto-Teiler“, ein Verein, der einen kleinen Fuhrpark unterhält.

Von den vier Fahrzeugen ist eines ein Siebensitzer, der Rest sind Kleinwagen, darunter ein Elektro-Smart. Für Wenigfahrer lohnt sich das Carsharing-Modell, also für Menschen, die weniger als 10000 Kilometer im Jahr mit dem Auto unterwegs sind. Zwei Euro zahlt die Rentnerin jeden Monat für die Mitgliedschaft und erhält dafür nach Absprache nicht nur ein Auto, sondern den Fahrer direkt dazu. Ein Aufpreis für Zeit und Kilometer kommt obendrauf, der mit öffentlichen Verkehrsmitteln konkurrieren kann.

3,90 Euro kostet eine Standardfahrt (zwei Stunden, zehn Kilometer) – und zwar pro Fahrt, nicht pro Kopf. Die 40 ehrenamtlichen Fahrer bringen dafür, wenn nötig, die Einkäufe auch in die Wohnung. 2012 rief Müller die Mitglieder der „Zeitbörse“ zusammen, ein Tauschring mit 170 Mitgliedern, die für Nachbarschaftshilfe Zeit-Punkte erhalten, für die sie wiederum Dienste „kaufen“ können. Seine Kollegen und er überlegten sich das Konzept: Die Mitglieder spenden „Zeit-Punkte“ auf ein Konto für Seniorenfahrten. „Brutal viel Bedarf“ gab es von Anfang an, sagt Müller. Auch sei die Organisation kompliziert gewesen. Ein neues, nicht von der Zeitbörse abhängiges Konzept musste her. Ein Verein, der sich rein auf die Frage konzentriert: Wie komme ich ohne Auto oder trotz des Alters von A nach B?

 65 Menschen nutzen das Projekt

 Mit der Gründung der „Auto-Teiler“ war das alte System passé. „Wir wollten feste Preise und feste Strukturen“, sagt Müller. Was auch den Nebeneffekt mit sich brachte, dass sich die Strukturen für die Ehrenamtlichen vereinfachten. Die Organisation ist immer noch aufwendig, aber Stadt und soziale Einrichtungen wie das Fritz-Felsenstein-Haus helfen. Im März wird der Fuhrpark um ein weiteres Fahrzeug aufgestockt: ein behindertengerechtes Auto, das die Aktion Mensch für das Felsenstein-Haus finanziert hat und das auch von den „Auto-Teilern“ genutzt wird – eine deutschlandweit einzigartige Kooperation.

Der Vorsitzende der „Auto-Teiler“ spricht von einer „Herzensangelegenheit“, wenn er von dem Projekt erzählt. Erika Franze und die anderen 65 Nutzer freuen sich über die wiedergewonnene Mobilität.